Weinbaugebiet Italiens

Südtirol Ursprung für starke Weine
Das Geheimnis liegt im Detail. Mit rund 5.100 Hektar Rebfläche ist Südtirol eines der kleinsten, aber feinsten Weinanbaugebiete Italiens und über 98 Prozent der gesamten Fläche ist als DOC klassifiziert.

In Südtirol hat der Entstehungsprozess der Alpen ein Mosaik von unterschiedlichsten Bodentypen geschaffen und Südtirols Landschaft dabei so abwechslungsreich geformt, dass innerhalb weniger Kilometer schon das Mikroklima wechselt. In den Tallagen zwischen den Bergen und an den sonnigen Hängen sie die idealen Voraussetzungen, um auf 200 bis 1.000 m. ü. M. mehr als 20 verschiedene Weinsorten anzubauen. Punktgenau dort, wo sich jede Rebsorte am wohlsten fühlt.

Zitrusbäume und schneebedeckte Berge auf kleinstem Raum.

Ist die beachtliche Vielfalt der hier erzeugten Weine. Denn Südtirol gilt als die Heimat mineralisch- frischer und fruchtbetonter, aromatischer Weißweine, und bietet außerdem die idealen Voraussetzungen für fruchtbetonte, leichte ebenso wie kräftige und zugleich sehr elegante Rotweine. Der Anbau von Weißwein: Weißburgunder, Grauburgunder, Gewürztraminer, Sauvignon Blanc, Chardonnay und roten Traubensorten: Vernatsch, Lagrein, Blauburgunder, Cabernet Sauvignon. Lassen die Weinerzeuger ein Spektrum an Spitzenweinen produzieren, das zu dem besten Europa zählt.

Venedig eines der beliebtesten Weinregionen Italiens. Sie wird im Osten von Friaul-Julisch Venetien, im Nordwesten von Südtirol-Trentino, im Westen von der Lombardei und dem Gardasee sowie im Süden von der Emilia-Romagna begrenzt. Die Voraussetzungen für den Weinanbau sind hier auch besonders günstig. Ein steiniget und kalkhaltiger Boden, der mit roter und brauner Erde bedeckt ist, bietet den Reben gute Wachstumsbedingungen und auch das Klima ist rebenfreundlich.

Denn die Alpen, deren Ausläufer das weitläufige Gebiet im Norden begrenzen, schützen das Gebiet vor dem etwas raueren nordeuropäischen Wetter und sorgen für ein ausgewogenes Klima. Die kühleren Zonen eignen sich bestens für weiße Rebsorten wie Garganega, Glera, Pinot Grigio, Pinot Bianco, Trebbiano und mit steigendem Anteil Chardonnay, während in den wärmeren Ebenen der adriatischen Küste vorwiegend Rotweine angebaut wird, wie Rondinella, Corvina Veronese und zunehmend Merlot und Cabernet Sauvignon.

Das Gebiet zählt mit seinen knapp 75.000 Hektar Rebflächen zu den drei größten Weinregionen des Landes.
Auf diesen Flächen werden Etwa ein Viertel aller in Italien erzeugten DOC- und DOCG-Weine hier in über 50, teils dicht nebeneinander liegenden Gebieten produziert.
Damit liefert Venetien mehr von diesen Weinen als alle anderen Regionen Italiens.



Italien / Friaul-Julisch Venetien

Die Region (auch kurz Friaul) mit der Hauptstadt Triest liegt im äußersten Nordosten Italiens. Sie grenzt nördlich an Österreich und östlich an Slowenien. Die regionsüberschreitende Landschaft Friaul bildet den Großteil der Region und umfasst deren Provinzen Pordenone und Udine, Teile von Görz (aber nicht Triest), sowie die Provinz Belluno und 11 Gemeinden der Provinz Venedig in Venetien. Das Gebiet war immer Grenzland mit wechselnder Herrschaft unter Rom, Byzanz, Venedig und Habsburger-Reich. 181 v. Chr. gründeten die Römer die Kolonie Aquilieia und brachten ihre Weinkultur mit. Sie fanden aber bereits einen von den Kelten begründeten Weinbau vor und entwickelten ihn weiter, wovon viele archäologische Funde bezeugen. Julius Cäsar (100-44 v. Chr.) weitete dann die Herrschaft aus, auf ihn geht auch der Name Julisch (Giulia) zurück. Im Jahre 53 v. Chr. wurde von ihm die Stadt Forum Iulii (Marktplatz des Julius) gegründet (das heutige Cividale), aus dem dann im Laufe der Zeit Friuli entstand. Die Weinberge umfassen rund 24.000 Hektar Rebfläche.

Mit gut 1-1,4 Millionen Hektoliter Wein bringt diese im äußersten Nordosten gelegene Region nur einen geringen Teil der italienischen Weinerzeugung hervor, jedoch inzwischen über 6% der offiziellen Qualitätsweine des Landes, die innerhalb der Region einen Anteil von rund 43% ausmachen – den nach der Region Trentino-Alto Adige (Südtirol) höchsten Anteil überhaupt in einer italienischen Region. Im allgemeinen genießen die Weißweine, zumal aus dem Collio und den Colli Orientale del Friuli das größte Ansehen und erreichen einen hohen Rang, doch sollte man darüber weder die anderen Gebiete (Grave del Friuli, Aquileia, Isonzo, Latisana und Carso) noch die Rotweine vergessen, die von bemerkenswerter Qualität sein können.

Qualitativ zählt das kleine Friaul sicherlich zu den großen italienischen Weinbauregionen, und wenn Engagement und Seriosität mit der richtigen Sortenwahl, den passenden Böden, strenger Ertragsbegrenzung und kompromissloser Vinifikation und Ausbau einhergehen, sind ganz und gar bemerkenswerte Weine das Ergebnis.

 Bis Mitte der 1960er-Jahre wurden in Friaul noch zu rund 80% Rotweine hauptsächlich aus Merlot in zumeist einfacher Qualität produziert.

Es gab die ersten Winzer, die mit kraftvollen Weinen mit feiner Säurestruktur für Aufsehen sorgten. Die dominierenden Sorten sind dabei der Friulano, der bis vor kurzem noch als Tocai Friulano bezeichnet wurde, aber auf für den Export vorgesehenen Weinen nicht mehr mit dem Wort Tocai erscheinen darf. Der Grund ist juristischer Art, Aufgrund eines Abkommens zwischen der EU und Ungarn bleibt der Name Tokaj nur noch dem gleichnamigen Weinbaugebiet in Ungarn vorbehalten und um Missverständnisse bei den Verbrauchern vorzubeugen, darf es eben auch keinen Tocai Friulano mehr geben.

stark im Kommen hat sich die Region in nur einer Generation zum italienischen Weißweinzentrum entwickelt. Die körperreichen Weißweine gelten als die Besten Italiens. Tausende Hektar Rebflächen mit einheimischen Sorten wurden gerodet und mit internationalen Sorten bestockt. In der Rebenzüchtung liegt Friaul an der Spitze, über die Hälfte der in Italien gepflanzten Jungreben stammt von Rebschulen der Region. Die Weißweine die Sorten Sauvignon Blanc, Pinot Grigio und Pinot Bianco. weisen eine feine Frische, klare Struktur und Eleganz auf, das gilt ebenso für trockene Weine aus Malvasia.
Trotz der weißen Übermacht kann man in Friaul außerdem ein paar bemerkenswerte Rotweine Sorten, die von bemerkenswerter Qualität den guten Ruf genießen: vertreten sind Merlot, Cabernet Sauvignon und Pinot Noir, aber auch ein paar autochthone Sorten wie Schiopettino, Refosco, Pignolo oder Tazzelenghe.

Italien / Emilia Romagna

Die Emilia-Romagna ist eine Region mit einer sehr einfachen und homogenen Geographie: In ihrer gesamten Breite ist die obere Hälfte eben, die untere Hälfte der Apennin. Dies ist an die Beobachtung der großen Regionen Norditaliens gewöhnt und scheint insofern besonders zu sein, als alle Flüsse von Süden nach Norden fließen. Dieser natürliche „Gegentrend“ ist der Ausgangspunkt für die Analyse seiner önologischen Berufung, die, wie um die Orographie ihres Territoriums, auch in Bezug auf die benachbarten Realitäten im Gegentrend ist. Seine Weine, insbesondere die roten, zeichnen sich durch Frische, Schaumwein und geringe Alterungsneigung aus.

Das Klima ist größtenteils kontinental mit kalten Wintern und heißen Sommern und nimmt mediterrane Eigenschaften an, wenn Sie sich der Küste nähern. Während in den Ebenen die Jahreszeiten von hoher Luftfeuchtigkeit geprägt sind (die im Winter zu Nebel wird), hat die adriatische Seite dank der günstigen Meeresbrise im Durchschnitt mildere Temperaturen.

Der Weinbau entwickelt sich in einem langen Streifen, der von den Piacentini-Hügeln an der Grenze zum Gebiet Oltrepò Pavese in der Lombardei beginnt und entlang der berühmten Via Emilia die Grenze zu den Marken erreicht. Wie um sein Flair im Vergleich zu anderen regionalen Traditionen weiter zu betonen, entwickelte es sich größtenteils in den Ebenen und verstärkte sogar eine extreme Situation in der Provinz Ferrara, wo die Reben direkt im salzigen Sand wachsen.

Der bekannteste Wein ist jedoch der Lambrusco, den es meist als Einstiegswein mit deutlicher Süße gibt und eher auf Partys vom jüngeren Publikum getrunken wird. Allerdings gibt es auch einige erfreuliche Ausnahmen, speziell in den DOC-Regionen Lambrusco Grasparossa di Castelvetro und Lambrusco di Sorbara findet man einige trockene Vertreter, die nach roten Früchten und blumigen Noten duften und die eine ganz andere Klasse besitzen. Ganz im Westen des Gebietes findet man weiße Dessertweine aus der Sorte Malvasia di Candia. In der Romagna dagegen, die sich südlich von Bologna bis zur Adria erstreckt, ist die Qualität der Weine deutlich höher. Bei den roten Sorten dominiert der Sangiovese, der hier meist etwas leichter und mit weniger tanninen ausfällt als in der Toskana. In den höheren Lagen bei Bologna und Rimini sind außerdem etliche Flächen mit Cabernet Sauvignon und Merlot bepflanzt, die überwiegend als Cuvéepartner dem Sangiovese mehr Körper verleihen.

Bei den Weißweinen dominieren die Sorten Trebbiano und Albana di Romagna, die aber zumeist nur unkomplizierte, relativ neutrale Alltagsweine hervorbringen. Aus Gründen, die außerhalb der Region wohl niemand nachvollziehen kann, erhielt der Albana als erster italienischer Weißwein den DOCG-Status.